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Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die auf einer Veranlagung beruht. Anlagebedingt ist bei den betroffenen Patienten die Bereitschaft der Haut, auf unterschiedliche Reize mit Entzündungserscheinungen, Ekzemen und Juckreiz zu reagieren erhöht. Die Veranlagung selbst ist nicht beeinflussbar und das Erscheinungsbild auf der Haut kann sehr verschieden sein. Der Verlauf und der Schweregrad der Neurodermitis wird durch zahlreiche äußere und innere Faktoren mitbestimmt: chemische Einflüsse, Klima, Wärme, Schweiß, Kratzen, Ernährung, psychische Belastungen, Infektionen und Abwehrschwäche. Die einzelnen Einflüsse können für die betroffenen Patienten ganz unterschiedliche Bedeutung besitzen - in der Regel ist nicht nur ein einziger Einflussfaktor für Krankheitserscheinungen verantwortlich. Die eigentlichen Ursachen der Neurodermitis konnten bis heute nicht überzeugend geklärt werden.
Die Hauptsymptomatik zeigt sich in einem typischen Erscheinungsbild: Ekzeme an den Beugeseiten der Arme und Beine, an Hals und Gesicht,
bei Kindern eher nässende, bei Erwachsenen eher trockene Ekzeme. Außerdem besteht ein chronischer Verlauf mit immer wiederkehrenden Hautentzündungen (Dermatitis) und damit verbundenem Juckreiz. Auch eine eigene oder familiäre Allergieneigung (Heuschnupfen, Asthma) zählen zu den Hauptsymptomen bei Neurodermitikern.
Neurodermitis geht leider auch mit zahlreichen Nebensymptomen einher: trockene Haut (Xerosis); blasser, leicht grauer Teint; Brustwarzenekzem; Hautfalte unter dem Auge (Infraorbitalfalte); Ersterkrankung während der ersten Lebensjahre; häufige Bindehautentzündung (Konjunktivitis); Juckreiz nach Schwitzen; Lippenentzündung (Cheilitis sicca) und Lippenschwellung; Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Nahrungsmittelintoleranzen); Neigung zu Hautinfektionen (Herpes, Staphylokokken); Neigung zu Hautinfektionen an Händen und Füßen; Ränder um die Augenhöhlen; Augenveränderungen (grauer Star, kegelförmige Hornhautvorwölbung am Auge = Keratokonus); trockne schuppende Haut (Ichthyosis); Unverträglichkeit von Wolle; vermehrte Furchung der Handflächen und Fußsohlen (Hyperlinearität); weißer Dermagraphismus und verzögertes Abblassen der Haut.
Ist Neurodermitis heilbar?
Versteht man unter Heilung die Abheilung der Beschwerden, kann festgestellt werden, dass die Neurodermitis bei vielen Patienten nach der Pubertät und insgesamt in etwa 97% der Fälle bis zum 40. Lebensjahr abheilt. Der genaue Abheilungszeitpunkt ist vom Arzt jedoch nicht voraussagbar. Ein spezielles Heilmittel oder eine Diät, die das atopische Ekzem dauerhaft beseitigen, gibt es nicht.
Welchen Sinn hat eine ärztliche Behandlung?
Die medizinische Neurodermitis - Therapie versucht, das Ekzem, den Juckreiz und andere Hautbeschwerden zu beseitigen. Regelmäßige hautärztliche Betreuung hat den Sinn, die Haut mit möglichst wenig und nebenwirkungsarmen Behandlungsmaßnahmen weitgehend erscheinungsfrei zu halten.
Ist bei Impfungen Vorsicht geboten?
Der Arzt sollte auch bei Atopikern alle notwendigen Impfungen durchführen, jedoch nicht während eines akuten Ekzemschubs, da Allergiker oft stärker auf Impfungen reagieren als Gesunde.
Kann man Schmuck tragen?
Nickelhaltiger Modeschmuck sollte nicht auf der Haut getragen werden, besser ist hochkarätiger Gelb - oder Weißgoldschmuck. Auf Ohrringe sollten Neurodermitiker ganz verzichten, da gerade am Ohrläppchenansatz besonders häufig Ekzeme auftreten.
Können Kinder mit Neurodermitis am Schwimmunterricht teilnehmen?
Liegen keine großflächigen oder infizierten Ekzeme vor, spricht nichts gegen die einmal wöchentliche Teilnahme am Schulschwimmen. Die sorgfältige Hautpflege vor und nach dem Schwimmen ist aber in jedem Fall zu empfehlen. Sind die Ekzeme sehr ausgeprägt, sollte der Hausarzt das Kind vom Schulschwimmen befreien, bis sich der Hautzustand gebessert hat.
Sollen Neurodermitiker in einem kühlen oder warmen Raum schlafen?
Ein ungeheiztes Schlafzimmer ist zu bevorzugen, da zu viel Raumwärme und warmes Bettzeug Juckreiz provozieren.
Wie sollen sich Neurodermitiker bei Kälte verhalten?
Trockne Kälte an freiliegender Haut kann ein atopisches Ekzem provozieren. Die Lippen, die Augenwinkel, die Hand - und Fußrücken sowie bei Säuglingen die Wangen sind besonders gefährdet. Diese Hautregionen sollten im Winter vor Verlassen der Wohnung mit einer fetthaltigen Creme behandelt werden. Handschuhe und Schals (aus Baumwolle oder Kunstfaser) sind zum Schutz vor der Kälte zu empfehlen.
Neurodermitis und Schwangerschaft
Ist eine Neorodermitikerin schwanger, kann sie durch bestimmte Maßnahmen einem atopischen Ekzem beim Kind vorbeugen: Sinnvoll ist eine antiallergische Hausstaubsanierung (einschließlich Bettzeug und Matratzen), das Entfernen von Haustieren und blühenden Pflanzen aus dem Wohnbereich, außerdem sollte eine ausgeglichene Lebensweise, ohne Alkohol und Nikotin angestrebt werden und nach der Geburt möglichst eine Stillzeit von mindestens 6 Monaten. Unmittelbar nach der Geburt kann aus Nabelschnurblut eine Ekzemneigung des Säuglings frühzeitig erkannt werden (Bestimmung allergischer IgE - Antikörper).
Besonders weisen wir auf unsere Kategorie Neurodermitis hin: Darin finden Sie weitere Artikel für Babies und Kinder von 0 bis 10 Jahren!
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